2009年2月18日星期三

Der Frühling


Friedrich Hölderlin

Wie seelig ists, zu sehn, wenn Stunden wieder tagen,
Wo sich vergnügt der Mensch umsieht in den Gefilden,
Wenn Menschen sich um das Befinden fragen,
Wenn Menschen sich zum frohen Leben hilden.

Wie sich der Himmel wölbt, und außeinander dehnt,
So ist die Freude dann an Ebnen und im Freien,
Wenn sich das Herz nach neuem leben sehnt,
Die Vögel singen, zum Gesange schreien.

Der Mensch, der offt sein Inneres gefraget,
Spricht von dem Leben dann, aus dem die Rede gehet,
Wenn nicht der Gram an einer Seele naget,
Und froh der Mann vor seinen Gütern stehet.

Wenn eine Wohnung prangt, in hoher Luft gebauet,
So hat der Mensch das Feld geräumiger und Wege
Sind weit hinaus, dsß Einer um sich schauet,
Und über einen Bach gehen wohlgebaute Stege.